Banken vor der Herausforderung dynamischer Märkte

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Veröffentlicht am 09.10.2017

In einer sich wandelnden Finanzmarktumgebung braucht es flexible Player und den Blick für übergeordnete Themen, um Unternehmen an interne Entwicklungen und externe Dynamiken anzupassen.

Die beschleunigte Transformation in der Finanz- und Bankenbranche ist deutlich sichtbar: Neue Technologien werden eingeführt, komplexe Regularien erfordern ein Mehr an Vernetzung und Digitalisierung und allgemein ändert sich der Kundenbedarf und Dienstleistungsanspruch.[1] Beispiele hierfür sind Smartphone-Apps, die die Finanzübersicht oder den Zahlungsverkehr vereinfachen oder Online-Kreditplattformen, welche Banken als Intermediäre zum Teil ersetzen. Die Marktposition der Hausbank als singulärer Finanzdienstleister gehört mehr und mehr der Vergangenheit an. Spezialisierung, Flexibilität und der Einsatz moderner Technologien gewinnen vor allem für junge Kunden an Stellenwert.

All diese Entwicklungen führen auf der Unternehmensseite zu einem Boom von Fintechs – kleine, rasant wachsende Start-Ups oder Unternehmen, welche oft nur eine Nische des Finanzspektrums bedienen. Diese können wesentlich agiler auf sich ändernde Kundenwünsche und Anforderung reagieren. Größere Unternehmen, wie viele etablierte Kreditinstitute, befinden sich hingegen häufig in der Situation für ein Vielfaches der Kosten eines Start-Ups einen Entwicklungsschritt nachziehen zu müssen. Alte Strukturen und altes Denken müssen erst mühsam aufgebrochen werden.Ein strategisches Change-Management wird essentiell und muss in die Unternehmensstrategie eingebettet werden. Es stellt sich die Frage, warum Banken und Finanzdienstleister ins Hintertreffen geraten sind und wie sie handeln können, um dem sich wandelnden Marktumfeld erfolgreich begegnen zu können.

Agile und schnelle Start-Ups

Ein organisatorischer Vorteil von Start-Ups ist die relativ kurze Anpassungszeit an neue oder sich verändernde Rahmenbedingungen. Die Anpassungszeit beschreibt die Dauer vom Erkennen eines Handlungsbedarfes bis zu dessen vollständiger Umsetzung in neue Produkte oder geänderte Prozesse. Sie besteht aus der technischen und der administrativen Reaktionszeit. Die technische Reaktionszeit beschreibt die Dauer des Implementierungs-prozesses nach dem Anstoßen einer Entwicklung. Hierbei fließen operative Arbeitszeiten wie beispielsweise Programmierleistungen und Designschritte mit ein. Die administrative Reaktionszeit beinhaltet die Dauer aller Management- und Entscheidungsprozesse. Wie bereits oben beschrieben, können insbesondere Unternehmen mit gewachsenen Strukturen und einem steilen Organisationsaufbau in diesem Bereich hohe Effizienzpotentiale realisieren.

Grundsätzlich gilt mit jeder Hierarchiestufe und weiteren Abstim-mungsrunden, die vor oder während des Handelns durchlaufen werden müssen, dass sich die administrative Reaktionszeit und damit die gesamte Anpassungszeit des Unternehmens verlängert. Die administrative Reaktionszeit bildet damit einen wesentlichen Kostentreiber bei Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen.

Lösungsansatz: Minimierung der administrativen Reaktionszeit

Um neue Chancen zu nutzen und am Markt nicht abgehängt zu werden, stehen Banken und Kreditinstitute vor der Herausforderung insbesondere die administrative Reaktionszeit zu minimieren. Selbstverständlich kann nicht gänzlich auf administrative Arbeitsschritte verzichtet werden. Im Gegensatz zur technischen Reaktionszeit können administrative Potentiale jedoch ohne kostenintensive Investitionen gehoben werden. Es bietet sich daher an, alle potentiell involvierten Prozesse und Arbeitsschritte, welche nicht zur Erreichung der direkten Ziele beitragen, auf den Prüfstand zu stellen.

Insbesondere eignen sich hierfür Abteilungen und Organisationeinheiten mit flexiblen Aufgabenstellungen und Ressourcenbesetzungen. In Kreditinstituten können dies beispielsweise das Projektmanagement und die Produktentwicklung sein.

Auch Umstrukturierungen und strategische Neuausrichtungen bieten geeignete Gelegenheiten zur Evaluation der Prozesse und Arbeitsschritte. Ziel ist, es den Mitarbeitern die Fähigkeit zu geben, ihre Arbeit effizient und agil auszuführen. Gleichzeitig sind administrative Schritte auf ihre Werthaltigkeit bei der Leistungserstellung zu überprüfen.

Abbildung 1: Bestandteile der Anpassungszeit eines Unternehmens

Abbildung 1: Bestandteile der Anpassungszeit eines Unternehmens

Operatives Vorgehen bei der Analyse

Um die Bestandteile der administrativen Reaktionszeit in ihrem vollen Umfang zu verstehen, bedarf es der initialen Analyse aller wesentlichen Elemente und Einflussfaktoren. Es empfiehlt sich einen bipolaren Ansatz zu verwenden. Bei der Top-Down-Betrachtung werden in Zusammenarbeit mit dem Management die relevanten Ansatzpunkte identifiziert:

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Wer verantwortet die Anpassung an dynamische Entwicklungen?

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Wo entstehen die Verzögerungen?

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Gibt es zentrale Gründe für Verzögerungen in der Organisation?

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Welche Abteilungen sind betroffen?

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Welche Abläufe benötigen vergleichsweise viel Zeit?

Anschließend werden die Mitarbeiter in den Vordergrund gerückt. Dabei stellen sich Analysefragen rund um die Arbeitsorganisation und -prozesse in den einzelnen Abteilungen. Aufgabenverteilungen, Stellenbeschreibungen und das Selbstverständnis der Belegschaft geben Aufschluss über den Umfang und die Bestandteile der administrativen Reaktionszeit.

Mit Abschluss der Analyse können die ausschlaggebenden Handlungsfelder aufgezeigt werden. Im nächsten Schritt sind mit den ausgewählten Bereichen Maßnahmen auszuarbeiten. Diese können sich z. B. auf Teams in der Arbeitsorganisation, Personalwesen, Informationstechnologie oder über-greifende Bereiche erstrecken.

Um die Kosteneinspar- und Effizienzpotentiale zu realisieren, sind die ausgearbeiteten Maßnahmen nachhaltig in Zusammenarbeit mit den betreffenden Organisationseinheiten zu implementieren. Dabei können Elemente des Lean Managements, Prozessüberarbeitungen und Mitarbeiterschulungen zum Einsatz kommen.

Da auch mit Abschluss der Implementierung das dynamische Umfeld nicht statisch wird, empfiehlt sich eine regelmäßige Überprüfung mit bedarfsbezogenen Maßnahmen.

Abbildung 1: Bestandteile der Anpassungszeit eines Unternehmens

Individuelle Umsetzung

Zielsetzung, Analyse, Maßnahmenausarbeitung und -implementierung sind stets individuell auf das Unternehmen auszurichten. Als Spezialisten für Banken und Kreditinstitute unterstützen wir unsere Kunden bei diesen Herausforderungen proaktiv und konnten internationale Best Practices sammeln. Durch unsere Unabhängigkeit können wir verkrustete Strukturen aufbrechen und neue Sichtweisen einbringen. Gerne setzen wir uns mit Ihnen zusammen und prüfen unverbindlich ein praktisches Vorgehen. Lassen Sie uns die Möglichkeit einer Zusammenarbeit gemeinsam besprechen und freuen Sie sich auf unsere frischen Ideen.

Fazit

Um in puncto Anpassungszeit und Agilität mit Start-Ups mithalten zu können, müssen Banken ihre administrative Reaktionszeit minimieren. Dies kann beispielsweise auf Abteilungs- oder Projektebene gelingen. Erfolgsfaktoren sind ein strukturiertes Vorgehen und die rechtzeitige Beteiligung von Führungskräften und Mitarbeitern des Unternehmens.

Corinna Reibchen

CEO | passcon GmbH

Tel. +49 40 808 093 323
Mobile +49 152 042 809 86

Corinna.Reibchen@passcon.de

Benjamin Schmidt

Consultant | passcon GmbH

Tel. +49 40 808 093 323
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